News vom 05.08.2016

„Fahrräder für Flüchtlinge“

Artikel im Gemeindebrief der ev. Gemeinde Kapellen

In der aktuellen Ausgabe des Gemeindebriefs der evangelischen Kirchengemeinde  Kapellen erschien der Artikel "Fahrräder für Flüchtlinge", den wir hier mit freundlicher Genehmigung des Autors einbinden dürfen:

Fahrräder für Flüchtlinge

Seit Monaten engagiert sich die Bürgerinitiative Filderstraße gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde Kapellen und den zuständigen Ämtern der Stadt Moers für die Flüchtlinge an der Filderstraße. Viel ist schon erreicht, wie ein gemeinsamer Nachmittag Bei Kaffee und Spielen mit den Betroffenen und allen interessierten Bürgern jeden Donnerstag ab 15:00 Uhr im Gemeindehaus an der Moerser Straße. Auch ein intensiver Deutschunterricht, durchgeführt von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern konnte etabliert werden.

Fahrräder für Flüchtlinge

Die Werkstatt ist eröffnet. Gute Laune von Beginn an

Jedoch fehlen viele Fahrräder, damit die überwiegend jungen Leute mobil sind, zum Einkaufen fahren oder die Umgebung erkunden können. Für manche ist es inzwischen ganz wichtig, weil sie einen Seminarort oder gar eine Lehrstelle erreichen müssen. Etliche Räder konnten inzwischen bereits beschafft werden. Viele fehlen noch. Und die, die genutzt werden sind ausrangierte Fahrräder, die selten auch nur annähernd als verkehrssicher bezeichnet werden können. "Drahtesel" mit Rädern, welche auch mit gutem Willen nicht als rund bezeichnet werden können. Dazu Bremsen, die ihren Zweck nur schlecht erfüllten und oft von Schuhsohlen unterstützt werden müssen. Immerhin. Sie fahren (irgendwie).

Aber wie wichtig kann einem eine funktionierende Bremse oder Lampe sein, wenn man sich um seine Bleibe kümmern muss und das Geld zudem knapp ist? Sehr wichtig, findet die Bürgerinitiative. Mit Unterstützung der Stadt konnte eine alte Garage auf dem Gelände des Flüchtlingsheims eingerichtet werden. Mitglieder der Initiative organisierten einen ersten Satz an Werkzeugen und einige überwiegend gebrauchte Ersatzteile.

Uwe Küpper und Torben Rudolph, selbst engagierte Radfahrer und Hobbyschrauber, übernahmen die Herkulesaufgabe, dutzende Räder in kurzer Zeit in einen akzeptablen Zustand zu bringen. Kosten dürfen die Reparaturen nach Möglichkeit nichts oder nur wenig. Also galt und gilt es, alte Fahrräder auszuschlachten und Teile zu organisieren.

Bei den ersten Veranstaltungen wurden die beiden regelrecht überrannt. Wo für die Reparatur im Fahrradladen ein Termin vereinbart werden muss, konnte Vielen hier sofort geholfen werden, auch wenn es oft nur ein Provisorium war. Niemand verließ die Werkstatt ohne Bremsen oder mit einem unsicheren Rad. Besonders wichtig hierbei ist aber die Hilfe zur Eigenhilfe. Wer hier herkommt, der bekommt nicht einfach sein Fahrrad repariert. Er muss helfen und es selber lernen. Inzwischen unterstützen sich die stolzen Besitzer schon gegenseitig. Und trotz des Sprachenwirrwarrs herrscht stets gute Laune und Freude über jede Reparatur. Selbst beschaffen und bezahlen müssen Flüchtlinge hier übrigens nur für Teile, die neu montiert werden müssen, weil ein gebrauchtes Teil fehlt.

Nach wie vor fehlen jedoch noch viele Fahrräder und nicht nur die beiden "Radwerker" freuen sich über jedes gespendete, gebrauchte Teil, dass sie bei netten Menschen abholen können. Erreichbar sind sie unter der Telefonnummer 02841 / 16 99 543 oder der Emailadresse radwerk.moers@gmail.com

Links & Kontakt

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Kontakt zur Fahrradwerkstatt

radwerk.moers@gmail.com